Gutschein über einen Paragliding Tandemflug

  • Der bayerische Wind und das Paragliding

    Wenn Sie an einem Sommertag mit schönem Wetter im bayerischen Alpenvorland, wo man oft Gleitschirme (Paragleiter) oder Drachenflieger an und über den Bergen beobachten kann, unterwegs sind, können Sie im Laufe des Vormittags das folgende Phänomen feststellen:

    Morgens weht in Bodennähe ein leichter Wind ggf. aus unterschiedlichen Richtungen. Wenn Sie nahe an den Bergen sind wahrscheinlich aus Richtung Süden von den Bergen her. Im Laufe des Vormittags wird aber mit relativ großer Zuverlässigkeit ein, durchaus auch kräftiger, Wind aus nördlichen Richtungen einsetzen, der bis in den Abend hin anhält.
    Diesen Wind, der vom bayerischen Flachland aus in Richtung der Alpen weht, nennt man auch „den bayerischen Wind“.

    Der bayerische Wind entsteht dadurch, dass sich die Luftmasse über den steilen Alpenhängen bei intensiver Sonneneinstrahlung schneller und stärker erwärmt, als die Luft über dem Flachland. Diese warme Luft (Thermik) steigt nach oben, was man sehr gut an der Entwicklung von „Schönwetterwolken“ (fachmännisch auch Kumuluswolken genannt) über den Bergen erkennen kann.
    Nun muss diese aufsteigende Luft ersetzt werden, denn die Physik lässt kein lokales Vakuum in unserer Atmosphäre zu. Aus diesem Grund wird Luft aus dem Umland der Berge „angesaugt“. Im Fall der Alpen südlich von Deutschland (Tirol, Vorarlberg, Salzburg) strömt die Luft aus dem bayerischen Voralpenland in Richtung des Alpenhauptkammes, der „bayerische Wind“ entsteht.
    Diese Luftströmung setzt ein, wenn die Sonne die Bergflanken entsprechend aufheizt und sich die erste Thermik über den Alpen entwickelt. In den Sommermonaten startet dieser Effekt meist zwischen 10.00 und 11.00 Uhr.

    Für uns Gldeitschirmflieger in den Fluggebbieten am Alpenrand, z.B. in Oberbayern oder im Allgäu, bedeutet dies, dass ab Einsetzen des bayerischen Wind meist Startplätze mit nördlicher Ausrichtung gewählt werden, da wir für einen guten und sicheren Start am besten Wind von vorne haben sollten. Dies trifft natürlich auch auf Flüge mit dem Tandem oder Doppelsitzer zu, bei welchen ein Passagier „einfach einmal mitfliegen“ möchte.

    Fährt man weiter in die Alpen hinein, sind die Talwindsysteme das relevante Thema, welche im Prinzip die inneralpine Fortsetzung des bayerischen Wind darstellen.

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