Gutschein über einen Paragliding Tandemflug

  • Warum fliegt ein Gleitschirm?

    Eigentlich müsste der Gleitschirm „Flugschirm“ heißen. Denn im Gegensatz zum Fallschirm ist es nicht seine Hauptaufgabe, denn freien Fall zu dämpfen, sondern einen möglichst weiten Flug zu ermöglichen.
    Die ersten Fallschirme waren sogenannte „Rundkappen“, die einfach nur durch einen erhöhten Luftwiederstand den freien Fall soweit abbremsten, um eine verletzungsfreie Landung zu ermöglichen. Der Nachteil dieser Technik ist, dass der Pilot dem Wind komplett ausgeliefert ist und keinerlei Einfluss auf den Ort seines „Einschlages“ hat.
    Verständlich, dass auch hartgesottene Fallschirmspringer lieben auf weichen grünen Wiesen als in Geröllfeldern, Stromleitungen oder z.B. auf Hausdächern landen. Es ist also der Weiterentwicklung der Fallschirme zu verdanken, dass aus der Rundkappe ein richtiger Flügel wurde.

    Das Tragflächenprinzip

    In der Luftfahrt folgen alle Flügel, vom Gleitschirm bis zum A 308, dem gleichen Prinzip: Die Luft muss den Flügel (Beim Gleitschirm bedingt durch die Schwerkraft) umströmen und die Form des Flügels sorgt dafür, dass durch dieses Umströmen sowohl ein Auftrieb als auch ein Vortrieb entsteht.
    Der Auftrieb wirkt entgegengesetzt zur Schwerkraft und sorgt dafür, dass der Gleitschirm samt Pilot nur sehr langsam sinkt bzw. sogar thermischen Aufwind nutzen kann, um zu steigen.

    Der Vortrieb sorgt dafür, dass das sinken oder steigen nicht stationär stattfindet, sondern sich Pilot und Schirm -relativ zu der Luft die sie umgibt- vorwärts bewegen.
    In der motorisierten Fliegerei sorgt der Antrieb (Propeller oder Düse) dafür, dass das Fluggerät schneller wird, als der systembedingte Vortrieb des Flügels dies beim Gleitflug ermöglicht. Diese übermäßige Geschwindigkeit wird in Steigen umgesetzt.

    Ein Flügel aus Stoff

    Nun besteht der Gleitschirm im Gegensatz zur Tragfläche z.B. eines A308 nicht aus einem festen und formstabilen Material, sondern aus einem textilen Material, ähnlich jenem, dass auch bei der Herstellung von Segeln für moderne Segelboote verwendet wird. Die Tragflächenform wird beim Paragleiter dadurch erzielt, dass der Schirm aus einem Ober- und einem Untersegel besteht und der Zwischenraum zwischen diesen mit Luft gefüllt wird. Im weiteren Sinne entsteht so etwas wie eine „Luftmatratze“ mit Tragflächenprofil. Moderne Gleitschirme setzen sich -nach dem „Prinzip einer Matratze“- aus einer Vielzahl von Zellen zusammen. So können bei einem modernen Tandemschirm über die Gesamtbreite des Schirmes von etwa 15m fast 50 Zellen verteilt sein. Dies sorgt für hohe Stabilität des Profils und gute Flugleistungen.

    Wie wird ein Gleitschirm gesteuert?

    Der Pilot ist über Leinen mit dem Gleitschirm verbunden und hängt in seinem Gurtzeug zentral und mittig unter dem Schirm (Fachausdruck: Kappe). Über spezielle Bremsleinen ist er in der Lage, den Schirm seitenweise anzubremsen. Bremst der Pilot eine Seite des Gleitschirmes an, leitet er eine Drehbewegung des Schirmes um die angebremste Seite ein. Der Schirm fliegt ein Kurve.
    Zusätzlich zur Steuerung über die Bremsleinen kann der Pilot durch die Verlagerung seines Gewichtes den Kurvenflug auslösen bzw. unterstützen.
    Ein Gleitschirm (oder Paragleiter) lässt sich so von einem trainierten Piloten „zentimetergenau“ steuern.

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